Die AGHPT

Politische Hintergründe für die Gründung und aktueller Stand (Juli 2019)

Die Gründung der AGHPT entwickelte sich vor dem Hintergrund der Gesetzgebung zum Psychotherapeutengesetz. Mit diesem Gesetz (1998) wurde die bis dahin bestehende Verfahrensvielfalt (als bezahlte Kassenleistung) abgeschafft… weiterlesen

Gründung der AGHPT:

2008 wurden mit der Initiative „Großer Ratschlag“ alle Psychotherapeutenverbände mit Humanistischer Grundorientierung zusammengerufen. Ziel war und ist es, die Humanistische Psychotherapie in der BRD so zu etablieren, wie sie auch international anerkannt ist und für Patient*innen wirksam als Behandlungsverfahren genutzt wird. (in der BRD nur für Selbstzahler*innen möglich). Der Zugang als Kassenleistung für ein bewährtes Behandlungsverfahren und soziale Gerechtigkeit sollten Maßstab wissenschaftlicher und politischer Entscheidungen sein.

Die Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie (AGHPT) – als Zusammenschluss von z.Z. 10 Verbänden und kompetenten Einzelpersonen (siehe Verbandsmitglieder) – wurde 2010 formaljuristisch verankert. Ziel ist, die Humanistische Psychotherapie in Wissenschaft und Anwendung zu fördern und zu verbreiten. (Satzung § 2: Satzung)

Ebenso können Einzelpersonen mitwirken und Fördermitglieder unterstützen die Ziele.

Obwohl die psychotherapeutischen Ansätze und Methoden der Humanistischen Psychotherapieverfahren sich unterscheiden, ist allen gemeinsam das ganzheitliche, ressourcenorientierte Menschenbild, die therapeutische Haltung der Achtsamkeit und kooperativen Kreativität im psychotherapeutischen Prozess mit dem Ziel, den Patienten/Klienten zu Bewusstheit, Selbstregulationsfähigkeit und Verantwortlichkeit zu befähigen.
Eine fundierte Vertiefung zur Humanistischen Psychotherapie ist enthalten im 1. Antrag an den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) Link. Eine erste Übersicht auch: bvvp und in dem Buch „Humanistische Psychotherapie“.

Für die Wahrung der Wissenschaftlichkeit der AGHPT wurde der „Wissenschaftliche Beirat der AGHPT“ eingesetzt.

Funktionsträger*innen/Vorstände

2008 – 2010:
Initiative „Großer Ratschlag“ durch Heinrich Bertram vom VPP

2010 – 2014:
Karl-Heinz Schuldt (1. Vorsitzender),  Manfred Thielen (2. Vorsitzender), Heinrich Bertram, Werner Eberwein

2015 – 2017:
Manfred Thielen (1. Vorsitzender), Werner Eberwein (2. Vorsitzender), Christoph Kolbe, Birgit Wiesemüller

2018:
Manfred Thielen (1. Vorsitzender), Anatoli Pimenidou (2. Vorsitzende), Dorothea Bünemann, Ingo Zirks

2019:
Manfred Thielen (1. Vorsitzender), Anatoli Pimenidou (2. Vorsitzende), Stefan Körber (Kassenwart), Dorothea Bünemann, Birgit Wiesemüller, Ingo Zirks

Besondere Verdienste Einzelner:

Dipl. Psych. Heinrich Bertram

In seiner damaligen Funktion als Vertreter des VPP hat Heinrich Bertram 2008 mit der Initiative „Großer Ratschlag“ alle Psychotherapeutenverbände mit Humanistischer Grundorientierung zusammengerufen. Ihm gilt Anerkennung und Dank für diese Initiative und die Steuerung der Entscheidungsprozesse in den ersten Jahren.

Dipl. Psych. Werner Eberwein

Werner Eberwein hat maßgeblich dazu beigetragen (2008 – 2017), dass die AGHPT und deren Grundlagen der Fachöffentlichkeit zugänglich wurden. Von Anfang an bis 2017 sorgte er über die strukturelle und inhaltliche Gestaltung der AGHPT-Homepage und die Interviewreihe mit prominenten Vertretern*innen Humanistischer Verfahren für eine größere Verbreitung der Humanistischen Psychotherapie und eine noch höhere Präsenz in der Öffentlichkeit. 

Prof. Dr. Jürgen Kriz, wurde 2014 mit dem AGHPT-Award ausgezeichnet (Laudatio)

WBP-Antrag:

2011 wurde ein Vorantrag an den WBP gestellt, um die Humanistische Psychotherapie im Grundsatz als ein Verfahren zu beantragen. Am 12.10.2012 hat die AGHPT Herrn  Prof. Jürgen Kriz beauftragt, den Antrag an den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) auf Begutachtung der „wissenschaftlichen Anerkennung“ der Humanistischen Psychotherapie als Verfahren zu begründen.
Die Entscheidung des WBP wurden Anfang 2018 veröffentlicht. Sie fiel negativ aus.  Der WBP erkannte zwar insgesamt 29 Studien als Wirknachweise an, entzog aber zugleich 21 von 22 Studien, die der WBP 2002 anerkannt hatte, mit tlsw. „merkwürdigen“ Begründungen die Anerkennung. Damit fehlt zwar lediglich in einem einzigen Störungsbereich eine einzige Studie – das reichte dem WBP aber, die Anerkennung insgesamt zu verweigern. Die vielen „Merkwürdigkeiten“ des Gutachtens veranlasste über 40 Professor*innen in einem offenen Brief „ mit aller Schärfe dieses Gutachten als tendenziös und mangelhaft“ zurückzuweisen.
Danach wurden vielfältige Stellungnahmen dazu veröffentlicht.
Das Antragsverfahren, Stellungnahmen und die Diskussionen darüber  sind vollständig dokumentiert (Anträge an den wissenschaftlichen Beirat).

vgl. auch: Politische Hintergründe für die Gründung und aktueller Stand

AGHPT-Kongresse:

Die AGHPT-Kongresse sind Ausdruck der gemeinsamen Grundlagen und offener und transparenter Diskussionen. Werner Eberwein und Manfred Thielen haben federführend diese Kongresse organisiert.

1. Kongress: 12./13.10.2012:
„Humanistische Psychotherapie – Einheit und Vielfalt“. Die Humanistische Psychotherapie präsentiert und diskutiert aktuelle Konzepte. Die Verbände stellen sich vor und vertiefen gemeinsame Konzepte und Strategien.
Die Vorträge dieses Kongresses können Sie >>>hier online nachhören.)

2. Kongress:  25.-28.9.2014 Berlin:
2. AGHPT-Kongress „Zeitkrankheit Depression – Aktuelle Perspektiven der Humanistischen Psychotherapie“.

3. Kongress: 07.-10.9.2017 Berlin
3. AGHPT-Kongress „Fühlen und Erleben“

Gemeinsames Weiterbildungscurriculum Humanistische Psychotherapie

Weitere Infos…

Buch: Im August 2014 erscheint im Psychosozial-Verlag das Buch „Humanistische Psychotherapie – Theorien, Methoden, Wirksamkeit“ (Hrsg. Werner Eberwein und Manfred Thielen), in dem prominente Vertreter der Humanistischen Psychotherapie ihre Methoden anhand von Fallvignetten darstellen und in dem die wissenschaftliche Begründetheit der Humanistischen Psychotherapie ausführlich dargelegt wird.

Ende 2019 wird im Psychosozial-Verlag der Kongressband erscheinen.