Gegen die Ablehnung der Humanistischen Psychotherapie durch den WBP

Berlin, den 5.2.2018

Die Humanistische Psychotherapie ist international ein wissenschaftliches Verfahren

Die Humanistische Psychotherapie gilt sowohl international als auch in Deutschland neben der Verhaltenstherapie, der Psychodynamischen Therapie und der Systemischen Therapie als vierte psychotherapeutische Grundorientierung. Diese Tatsache musste auch der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie in seiner Begutachtung der Humanistischen Psychotherapie vom 19.01.2018 konstatieren. Trotzdem hat er sie nicht als Verfahren der vertieften Ausbildung, die zur Approbation führt, anerkannt. Und dies, obwohl die Humanistische Psychotherapie seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der stationären, ambulanten und institutionellen psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland ist.

Die Begründung der Ablehnung durch den WBP, die nach 6 Jahren Beratung erfolgte, dass die Humanistische Psychotherapie kein Verfahren sei und nicht über genügend empirische Evidenz verfüge, entspricht nicht den Tatsachen. Die Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie (AGHPT) hat in ihrem Antrag ausführlich begründet, dass sie gemäß dem Methodenpapier des WBP ähnlich wie die Verhaltenstherapie und die Psychodynamische Therapie ein Verfahrens-Cluster ist, zu der die Methoden: Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie, Körperpsychotherapie, Psychodrama, Transaktionsanalyse und Existenzanalyse gehören.

Zum Beleg ihrer empirischen Evidenz hat sie über 300 Studien eingereicht, von denen 29 RCT-Studien vom WBP anerkannt wurden und lediglich im Bereich „Angststörungen“ nach Ansicht des WBP eine (!) Studie fehlte. In der Stellungnahme der AGHPT zum Vorbericht des WBP zu seiner Studienbewertung vom 16.10.2017 hatte sie die Ablehnung von 9 RCT-Studien zum Angstbereich beanstandet, was aber vom WBP einfach ignoriert wurde.

Der gegenwärtige WBP besteht aus 12 Mitgliedern, von denen alle die Richtlinientherapie vertreten und ein Mitglied zusätzlich noch die Neuropsychologie. Es stellt sich die Frage, ob wissenschaftliche oder berufs- und machtpolitische Gründe den Ausschlag gegeben haben. Es geht schließlich um den großen Markt der Approbationsausbildungen, der von verhaltenstherapeutischen und psychodynamischen Instituten beherrscht wird.

Nach § 11 PsychThG hat der WBP lediglich eine beratende Funktion, deshalb können die Psychologischen PsychotherapeutInnen und Kinder- und Jugendlichenpsycho-therapeutInnen, die BPtK und die LandespsychotherapeutInnen eine eigene Einschätzung der Humanistischen Psychotherapie vornehmen und sich dabei auf wissenschaftliche Expertisen und Gremien beziehen.
2018 läuft die Amtszeit der jetzigen Mitglieder des WBP aus, deshalb fordern wir von der Bundespsychotherapeutenkammer und der Bundesärztekammer als Trägerorganisationen des WBP:

  1. Den  WBP unverzüglich neu zu besetzen, er soll unter Wahrung aller vier psychotherapeutischen Grundorientierungen gewählt werden. Die Fach- und Berufsverbände der jeweiligen Grundorientierung haben das verbindliche Vorschlagsrecht für jeweils drei Haupt- und drei stellvertretende Mitglieder des WBP.
  2. Dieser neu besetzte WBP soll explizit damit beauftragt werden, die Bewertung der Humanistischen Psychotherapie auf Basis des Antrags und der bisherigen Arbeit der AGHPT unverzüglich zu überprüfen und nachzujustieren. Die von der AGHPT vorgetragenen Beanstandungen dürfen dabei nicht ignoriert werden. Beispielsweise wäre zu es begründen, warum eine Studie sogar entgegen dem Votum des Autors anders eingeordnet wird, oder auf welcher Grundlage ein kleines Gremium behaupten kann, dass die Habilitationsarbeit an einer medizinischen Fakultät „unwissenschaftlich“ sei.
  3. Unabhängig davon ist das „Methodenpapier“ des WBP einer Revision zu unterziehen. Die seit fast zwei Jahrzehnten vorgetragene Kritik von Wissenschaftlern und Wissenschaftlergremien an der Einseitigkeit einer reinen RCT- Berücksichtigung muss aufgenommen werden und neuere Diskurse zur Psychotherapieforschung Berücksichtigung finden (Einzelfallforschung, Wirkstudien auch auf Evidenzstufen III und IV, Metastudien-Ergebnisse etc ). Vor allem sollten nur Kriterien für andere Verfahren aufgestellt und angewendet werden, die so auch von den Richtlinienverfahren erfüllt werden. Den Spezifika der vier Richtungen sollte Rechnung getragen werden. Bei höchster Vertraulichkeit aller personenbezogenen Information, sollte das Bewertungsverfahren in den Sachaspekten transparent und diskursiv durchgeführt werden.

Hinweise zu Veröffentlichungen:

Bitte unterschreiben Sie die Unterschriftenliste!

  • Wir, die UnterzeichnerInnen,  weisen darauf hin, dass die Humanistische Psychotherapie international wissenschaftlich anerkannt ist und seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland leistet.
  • Wir fordern die Rücknahme des fehlerhaften Gutachtens des WBP zur Humanistischen Psychotherapie.
  • Wir treten für eine Neubesetzung des WBP  2018 ein, indem alle vier Grundorientierungen  jeweils 3 Haupt- und 3 stellvertretende Mitglieder benennen, die der Vorstand der BPtK  bei seiner Besetzung verbindlich berücksichtigt.
  • Wir fordern, dass dieser neue WBP das Gutachten  des alten WBP überprüft und korrigiert.

Unterschriftenliste

  

Die Humanistische Psychotherapie ist international ein wissenschaftliches Verfahren

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2,328 Tanja J. 24. Februar 2018
2,327 Hannelore B. 24. Februar 2018
2,326 Ingrid B. 24. Februar 2018
2,325 Anne R. 24. Februar 2018
2,324 Klaus E. 24. Februar 2018
2,323 Claudia B. 24. Februar 2018
2,322 Patricia M. 24. Februar 2018
2,321 Günter R. 24. Februar 2018
2,320 Stefanie L. 24. Februar 2018
2,319 Ulle J. 24. Februar 2018
2,318 Sonja v. 24. Februar 2018
2,317 Anita P. 24. Februar 2018
2,316 Thomas W. 24. Februar 2018
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2,314 Akram T. 23. Februar 2018
2,313 Sandra E. 23. Februar 2018
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2,311 Christian L. 23. Februar 2018
2,310 Christian S. 23. Februar 2018
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2,304 Ute R. 23. Februar 2018
2,303 Ingrid F. 23. Februar 2018
2,302 Andreas C. 23. Februar 2018
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2,283 Heike M. 23. Februar 2018
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